10.8.2017 - Transparente Lieferketten sorgen für Sicherheit. Kein Fipronil in Eiern im Bio-Fachhandel

In Millionen Eiern in Europa wurde in den letzten zwei Wochen das Insektenschutzmittel Fipronil nachgewiesen. Nach gründlicher Recherche und Absicherung durch zahlreiche Analysen kann bisher ausgeschlossen werden, dass Eier mit Fipronil-Rückständen in Bio-Fachgeschäfte und Bio-Supermärkte in Deutschland gelangt sind. Eier aus dem Naturkost-Fachhandel bieten den Kunden daher nach wie vor die größte Sicherheit.

Das hat gute Gründe: Bio-Eier im Fachhandel stammen bevorzugt von selbständigen bäuerlichen Betrieben in der Region. Das sichert Transparenz bei Herkunft und Haltungsform. Oft sind die Betriebe zusätzlich zertifiziert von Bio-Anbauverbänden wie Demeter und Bioland, die noch höhere Anforderungen stellen als die EU-Öko-Verordnung. Darüber hinaus stehen die Naturkost-Großhändler und viele Bio-Einzelhändler im persönlichen Kontakt mit ihren Eier-Lieferanten und wählen nur verantwortungsbewusste Bio-Betriebe als Handelspartner.

Viele engagieren sich die Bio-Hennenhalter weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und nutzen zum Beispiel Mobile Ställe, so dass die Hennen immer wieder neue Auslaufflächen mit frischem Grünfutter vorfinden. Kunden können sich in ihrem Bio-Fachgeschäft oder Bio-Supermarkt Namen der Lieferanten nennen lassen oder gar die Betriebe bei einer Führung besichtigen.

Für den Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. und seine Mitgliedsunternehmen zeigt der Skandal einmal mehr, dass die Lebensmittelwirtschaft umsteuern muss. Erzeuger und Verarbeiter werden von Discountern und konventionellen Lebensmittelketten häufig unter Druck gesetzt, möglichst billig zu produzieren. „Der anhaltende Preiskampf geht zu oft auf Kosten der Sicherheit von Lebensmitteln, des Tierschutzes und der Fairness und schadet der Umwelt“, warnt Karin Wegner vom BNN-Team Qualitätsarbeit.

Im Naturkost-Fachhandel sind Bio-Eier etwas teurer als Bio-Eier im Discounter oder im konventionellen Supermarkt. Nur so lassen sich eine verantwortungsvolle und tiergerechte Zucht und Tierhaltung dauerhaft finanzieren. So ist die Naturkostbranche seit einigen Jahren Vorreiter bei der Aufzucht aller Küken. Projekte wie die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID) und ei-care sorgen dafür, dass männliche Küken mit aufgezogen werden können. Der BNN und die Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland engagieren sich zusammen mit der gemeinnützigen Ökologischen Tierzucht gGmbH außerdem dafür, dass dem Naturkostfachhandel zukünftig eine ökologische Zweinutzungs-Geflügelrasse zur Verfügung steht.