3.3.2016 - Weitere 15 Jahre Gift für Umwelt, Lebensmittel und Verbraucher? - Wiederzulassung von Glyphosat muss abgelehnt werden

Am kommenden Montag entscheidet die EU-Kommission über eine Wiederzulassung von Glyphosat bis 2031. Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestufte Herbizid, könnte somit weitere 15 Jahre Umwelt, Lebensmittel und Verbraucher in Europa belasten.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. fordert die Bundesregierung auf, die sich bietende Chance zu nutzen und gegen die Wiederzulassung des Ackergiftes zu stimmen.

Laut Angaben der Bundesregierung werden allein in Deutschland jährlich 5.000 - 6.000 Tonnen Glyphosat in der konventionellen Landwirtschaft und in Kleingärten ausgebracht, Tendenz steigend. Das Gift belastet Böden sowie Grundwasser und ist für die Zerstörung von Biodiversität verantwortlich. Es landet nicht nur auf Getreide, Hülsenfrüchten oder Obst und Gemüse, sondern über die Rohstoffe auch in verarbeiteten Lebensmitteln, wie das Umweltinstitut München am Beispiel Bier kürzlich bestätigte: In allen 14 Proben fanden sich Rückstände des Herbizids. Nachweislich gelangt Glyphosat auch in den menschlichen Körper. Belegt wurde dies erstmals 2013 durch eine Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Da verwundert es nicht, dass 73 Prozent aller Deutschen laut repräsentativer Umfrage im Auftrag von Campact die Verbannung des Herbizids fordern. „Verbraucher wollen eine giftfreie Umwelt und vor allem unbelastete Lebensmittel. Die Bundesregierung sollte diesem Wunsch Rechnung tragen und sich für ein Verbot von Glyphosat in der EU einsetzen“, kommentiert Kirsten Arp, Leiterin des Pestizidmonitorings für Obst und Gemüse sowie für das Trockensortiment beim BNN. „Zumal der Einsatz von Glyphosat überhaupt nicht notwendig ist. Der Ökologische Landbau zeigt seit Jahrzehnten, wie es ohne chemisch-synthetische Pestizide geht“.

Der im BNN organisierte Naturkostfachhandel bietet Verbrauchern durch zusätzliche Kontrollen auf Hersteller- und Großhandelsebene sowie das konsequent ökologische Sortiment des Einzelhandels die Alternative, Glyphosat in Lebensmitteln beim Einkauf zu vermeiden. „Um das Gift allerdings nachhaltig aus unser aller Umwelt zu verbannen, führt an einer Ablehnung der Wiederzulassung in der EU kein Weg vorbei“, betont Pestizidexpertin Arp.