Aromenempfehlung

Einsatz von Aromen im Naturkosthandel

 
Verbraucher erwarten von Bioprodukten weitestgehende Naturbelassenheit. Dazu zählt auch, dass zur Aromatisierung nur natürliche Zutaten verwendet werden. Laut EU-Öko-Verordnung sind „Natürliche Aromastoffe“ in Bio-Lebensmitteln erlaubt. Sie müssen laut Aromenverordnung aus natürlich vorkommenden Rohstoffen gewonnen werden. Den Begriff „natürlich" hat der Gesetzgeber für Aromastoffe jedoch sehr weit gefasst: Den Zusatz „natürlich“ dürfen auch Aromastoffe tragen, die größtenteils aus anderen aus der Natur gewonnenen Stoffen als dem namensgebenden Rohstoff stammen. Nur wenn „natürliches Erdbeeraroma“ in der Zutatenliste steht, stammt der Geschmack zu mindestens 95 Prozent aus der Erdbeere. Dies entspricht jedoch oft nicht dem Anspruch, den Verbraucher an naturbelassene Lebensmittel haben. Denn über eine größere Rohstoffmenge und schonende Verarbeitungsweise lassen sich gute geschmackliche Qualitäten auch ohne Aromazusatz erreichen.Vanille

 

Aromenempfehlung

Bereits 2004 haben daher die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. eine Empfehlung zum Einsatz von Aromen in Bio-Lebensmitteln verabschiedet: Bio-Lebensmittel sollen vorrangig mit Öko-Lebensmitteln und Öko-Aromaextrakten aromatisiert werden.
Die BNN-Aromenempfehlung setzt seit nun fast 10 Jahren einen hohen Standard für die Verwendung von Aromen im Naturkosthandel. Sie gab darüber hinaus einen wichtigen Impuls, das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen.
Der BNN und seine Mitgliedsunternehmen verfolgen das Ziel, auf den Einsatz bestimmter „natürlicher“ Aromastoffe in der Naturkostbranche zu verzichten. Für die Aromatisierung sollen stattdessen Produkte eingesetzt werden, die tatsächlich natürlich sind, wie Öko-Lebensmittel oder Öko-Aromaextrakte. Kunden des Naturkosthandels können auf Nachfrage beim Bioladenpersonal zu jedem Lebensmittel die Information erhalten, ob und wie es aromatisiert worden ist, d.h. ob beispielsweise ökologische Extrakte oder doch ein „natürliches Aroma“ verwendet wurde. Mitarbeiter im Naturkostfachhandel können ihren Kunden zu jedem Lebensmittel die Information geben, ob und wie es aromatisiert worden ist, d.h. ob beispielsweise ökologische Extrakte oder doch ein „natürliches Aroma“ verwendet wurde.
Die Geschmacksvorlieben der Kunden, die technischen Möglichkeiten und die Verfügbarkeit auf dem Markt lassen es heute allerdings noch nicht zu, bei allen Produkten nur ökologische Lebensmittel oder ökologische Aromaextrakte einzusetzen. Für einige Produkte, bei denen der Genussaspekt im Vordergrund steht (z.B. Teeprodukte, Erfrischungsgetränke  oder Süßwaren), wurden daher übergangsweise Ausnahmen formuliert.
 

BNN-Kategorisierung der natürlichen Aromen:

Kategorie

Bewertung Beispiel
Kategorie 0 Öko-Lebensmittel Uneingeschränkt empfehlenswert Orangen*

Kategorie 1

Öko-Aromaextrakte

 

Sehr empfehlenswert Orangenextrakt*

Kategorie 2

Öko-Aromastoffe aus dem namensgebenden Rohstoff

Bedingt einsetzbar in Genussmitteln wie Teeprodukten, Konditoreierzeugnissen, Süßwaren und Erfrischungsgetränken Natürliches Himbeeraroma*

Kategorie 3

Alle restlichen Öko-Aromastoffe, die nicht den Kategorien 1 und 2 entsprechen

Zu meiden Natürliches Orangenaroma mit anderen natürlichen Aromen*

Kategorie k1

Konventionelle Aromaextrakte 

Einsetzbar, wenn keine ökologischen Aromaextrakte verfügbar sind Orangenextrakt

Kategorie k2

Konventionelle Aromastoffe aus dem namensgebenden Rohstoff

Bedingt einsetzbar in Genussmitteln und wenn keine Öko-Aromastoffe zur Verfügung stehen Natürliches Orangenaroma

Kategorie k3

Alle restlichen konventionellen Aromastoffe, die nicht den Kategorien k1 und k2 entsprechen

Zu meiden Natürliches Orangenaroma mit anderen natürlichen Aromen

 * aus kontrolliert biologischem Anbau

 

Eine detaillierte Auflistung der Anforderungen finden Sie im Dokument Aromenempfehlung. Dieses sowie alle weiteren BNN-Dokumente finden Sie übersichtlich sortiert im Downloadbereich.