Umfrage zu GVO

Eine Erhebung bei 82 Naturkostunternehmen im Auftrag des BNN hat gezeigt, wie viel Gentechnik vermutlich in deutschen Bio-Produkten steckt. Befragt wurden im Sommer 2007 deutschlandweit Bio-Unternehmen, die Mais-, Raps-, Sojaprodukte oder Honig herstellen oder verarbeiten. 26 Betriebe konnten in die Auswertung einbezogen werden.

Bisher war MON 810-Mais die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die kommerziell in Deutschland angebaut werden durfte. Seit 2009 besteht für MON 810-Mais ein Anbauverbot. Gentechnisch veränderter Raps und Soja dürfen jedoch importiert und auch auf Versuchsfeldern angebaut werden. Zurzeit lassen sich, beispielsweise aufgrund des unkontrollierbaren Pollen- und Bienenflugs und durch Vermischungen während des Transports und der Lagerung, in knapp 15 Prozent der Bio-Mais-, Bio-Raps- und Bio-Sojaproben Rückstände von GVO finden. Meist liegt der GVO-Anteil dabei unter 0,1 Prozent.

Die Daten aus dem Öko-Monitoring in Baden-Württemberg zeigen ein ähnliches Bild: 17 Prozent der Bio-Proben, die in den Jahren 2002 bis 2006 von den Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern Baden-Württemberg (CVUA) analysiert wurden, enthielten GVO. Jedoch wies keines der insgesamt 214 untersuchten Bio-Produkte mehr als 0,1 Prozent GVO auf. Bei den Analysen der konventionellen Produkte fand das CVUA in doppelt so vielen Fällen (35 Prozent) GVO in der Probe.

Anteil der positiven Proben pro Jahr (Ergebnis der Umfrage des BNN, insgesamt 879 Proben)

Mit Hilfe von GVO-Analysen lassen sich verschiedene "Schwachstellen", an denen GVO in ein Bio-Lebensmittel gelangen können, aufspüren und im Idealfall abstellen. Ähnlich wird auch beim BNN-Monitoring für Obst und Gemüse im Naturkostfachhandel verfahren: Durch risikoorientierte Analysen konnten in den letzten fünf Jahren zahlreiche verschiedene Ursachen für Pestizidfunde in Bio-Obst und -Gemüse aufgespürt und abgestellt werden. Solche Erfolge könnten sich auch bei der Verhinderung des GVO-Eintrags erzielen lassen.

 

Abbildung: Untersuchung von ökologisch und konventionell erzeugten Sojaerzeugnissen in den Jahren 2002 bis 2006 auf GVO (www.cvuas.de)