10.9.2014 - Ein guter Fang: Fisch im Bio-Fachhandel

In nur wenigen Jahrzehnten sind die Fischbestände weltweit um bis zu 80 Prozent eingebrochen, vor allem als Folge der hochgerüsteten Fischfang-Industrie. Dies gilt auch für die EU-Gewässer, wo laut EU-Kommission drei Viertel der Fischbestände bedroht sind.

Eingeführte Fangquoten helfen nur begrenzt, die gefährdeten Arten vor Überfischung zu schützen, denn sie werden häufig nicht eingehalten.

2013 haben erneut zehn EU-Mitgliedsstaaten ihre Fangquoten überschritten, darunter Dänemark, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Polen, Portugal und Großbritannien. Die EU kürzte nun die Quoten für zehn Mitgliedstaaten, damit sich die betroffenen 45 Fischbestände erholen können.

Mit einer neuen Gemeinsamen Fischereipolitik hat sich die EU erstmals verpflichtet, stärker auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Beständen zu setzen. So sollen die Quoten nun nach dem „Prinzip des nachhaltigen Dauerertrags“ berechnet werden. Auch das Zurückwerfen versehentlich gefangener Fische wird stärker reglementiert. Der sogenannte Beifang soll künftig auf die Quoten angerechnet werden. Für die Naturkostfachgeschäfte, die sich im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. und dem Einzelhandelsverband Naturkost Südbayern zusammengeschlossenen haben, gilt schon seit 2012: Für Fisch aus Wildfang müssen sowohl die Fangmethode als auch eine strikte Bestandseinschätzung beurteilt werden. Damit sind die Richtlinien für zertifizierte Fachgeschäfte mit dem grünen „N“ des BNN der Politik um einiges voraus. Sie verlangen, dass unabhängige Bewertungen wie die von Greenpeace oder Fischbestände Online oder von anderen Experten herangezogen werden und dass das Fischunternehmen sich unabhängig kontrollieren lässt.