13.2.2016 - „Der Fachhandel ist das Flaggschiff der Bio-Branche“ - Politiker und Praktiker diskutieren über die Zukunft des Naturkost-Handels

Bio-Händler und -Verarbeiter zählen häufig zu den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die in ihren Regionen Nahversorgung und Arbeitsplätze bieten. Dennoch sprechen die kürzlich vom Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. verkündeten Umsatzzahlen für den Fach-Einzelhandel von 3,04 Milliarden Euro eine deutliche Sprache:

Bio wächst und hat sein Potential noch lange nicht erschöpft. Der Fachhandel ist dabei mit einem Anteil von einem guten Drittel am Gesamtumsatz im Bio-Markt die Triebfeder dieser dynamischen Entwicklung. Moderiert von BNN-Geschäftsführerin Elke Röder diskutierten gestern auf der BIOFACH Politiker und Praktiker über die Zukunft der Branche.

Um zu klären, wo es für Verarbeiter und Händler hingeht, braucht es zunächst eine Antwort auf die Frage, wo man zurzeit steht. „Im Naturkostfachhandel gibt es klare Definitionen, sowohl für Bio-Lebensmittel als auch -Waren. Was uns darüber hinaus ausmacht sind gelebte Werte, wie Transparenz, echte Nachhaltigkeit, Wissenstransfer und weitreichende soziale Ansprüche“, erläuterte Volkmar Spielberger, Geschäftsführer der Spielberger Mühle und BNN-Vorstandsmitglied. „Wir sollten nicht den Fehler machen und uns nur auf das Handel in Bio-Handel konzentrieren, sondern müssen diesen Wertediskurs auch in Zukunft authentisch führen“, so Spielberger.

Für den inhabergeführten Fach-Einzelhandel bedeute die positive Umsatzentwicklung im Bio-Markt, sich über Qualität und Spezialisierung zu profilieren. Eine wichtige Rolle nähmen dabei Trendthemen, wie beispielsweise Regionalität ein. Dass es jedoch nicht um ein „entweder – oder“ gehen dürfe, darin waren sich die Diskutanten einig. „Es bringt der Umwelt schließlich nichts, wenn ich meine Lebensmittel regional einkaufe, diese aber zuvor intensiv mit Glyphosat behandelt wurden“, bringt es Harald Ebner, Grünen-Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik, auf den Punkt. Zugleich bestätigte er die Bio-Fachbranche in ihrer Vorbildfunktion: „Für mich bedeutet der Fachhandel Vertrauen. Zugleich ist er als Träger und Keimzelle von Innovationen das Flaggschiff der Branche“.

Neben Volkmar Spielberger und Harald Ebner beteiligten sich der Bio-Fachhändler Torsten Pelikan von Globus Naturkost und die Geschäftsführerin des BioVerlags Sabine Kauffmann an der Podiumsdiskussion.

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