2.6.2016 - Internationaler Tag der Umwelt am 5. Juni. Heute die Umwelt feiern, morgen Glyphosat zulassen?

Seit dem 5. Juni 1972 wird weltweit der Tag der Umwelt gefeiert. Rund 150 Staaten beteiligen sich jährlich an dem World Environment Day. Auch in Deutschland wird der Tag der Umwelt begangen. 2016 steht er unter dem Motto Stadt. Land. Leben. – Umwelt macht Zukunft.

Dafür, dass es einen Tag später auf europäischer Ebene mit dem Umweltbewusstsein bereits wieder vorbei sein könnte, spricht einiges. Denn am 6. Juni wird die EU-Kommission einen neuen Vorschlag zur Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat in den zuständigen Ausschuss einbringen. Bisher gab es unter den EU-Mitgliedsstaaten keine Mehrheit für eine Zulassung von Glyphosat, so dass diese Ende Juni offiziell auslaufen könnte. Uneinig sind sich die Ländervertreter vor allem in der Frage, ob das Herbizid krebserregend ist oder nicht.

Kirsten Arp, studierte Ökologin und Leiterin des BNN-Pestizid-Monitorings, weist auf einen ganz anderen Aspekt des Glyphosat-Einsatzes hin, der mindestens ebenso entscheidend ist: „Pestizide und leicht lösliche Dünger sind die größte Gefahr für die biologische Vielfalt, die für uns alle so wichtig ist“, resümiert Arp. „Tiere und Pflanzen, ganze Lebensräume sind vom Aussterben bedroht oder bereits unwiederbringlich verloren gegangen. Es fällt schwer, den Weltumwelttag fröhlich zu begehen, wenn nur 24 Stunden später die Wiederzulassung von Glyphosat droht.“

Dass es auch ohne geht, beweist der Ökologische Landbau seit Jahrzehnten erfolgreich Tag für Tag. Durch den Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Ökologischen Anbau finden sich im Durchschnitt ein Drittel mehr Arten und doppelt so vielen Individuen wie auf konventionell bewirtschafteten Flächen. Aber nicht nur die Biodiversität profitiert vom Öko-Landbau. Für das Erreichen der Klimaziele von Paris nimmt die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle ein. Um die notwendige Reduktion des Ausstoßes an Klimagasen aus der Landwirtschaft um 60 Prozent bis 2050 zu erreichen, müssten bereits heute weitreichende Maßnahmen eingeleitet werden. Hierzu gehören die konsequente Ausdehnung der Ökologischen Landwirtschaft, die Reduzierung des Stickstoffeinsatzes, der Erhalt von Dauergrünland und ein konsequenter Schutz kohlenstoffreicher Böden.

Die enormen Vorzüge der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft für Mensch, Tier und Umwelt enden jedoch nicht auf dem Acker. Hersteller, Groß- und Einzelhändler von Naturkost und Naturwaren tragen durch ihre nachhaltigen Pionierleistungen deutlich dazu bei, dass auch die kommende Enkelgeneration eine intakte Umwelt statt verbrauchter Ressourcen vorfindet. Die Website Nachhaltig Bio! sammelt Beispiele dieser Anstrengungen. Projekt-Mitarbeiterin Catharina Ackenhausen bringt es auf den Punkt: „Bei den dargestellten Unternehmen beginnt jeden Morgen ein neuer Tag der Umwelt - gelebte Nachhaltigkeit eben!“

Wer diese Leistungen unterstützen möchte, kauft im zertifizierten Naturkost-Fachhandel.