26.8.2015 - Sächsischer EU-Abgeordneter Peter Jahr trifft Bio-Verbände in Lommatzsch. EU-Parlament: Zeichen stehen gegen einen Grenzwert

Auf Einladung des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. traf sich am vergangenen Montag Dr. Peter Jahr (Europäische Volkspartei, EVP), Abgeordneter des Europaparlamentes mit Vertretern mehrerer Bio-Verbände in den Geschäftsräumen von BIO PLANÈTE Ölmühle Moog im sächsischen Lommatzsch. Gesprächsanlass war die aktuelle Behandlung der Revision der EU-Öko-Verordnung im Agrarausschuss des Europaparlamentes, dem Peter Jahr angehört.

Den anwesenden Verbandsvertretern von BNN, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Gäa waren besonders die Themen Pestizidgrenzwerte, Importregelungen und Kontrollen ein wichtiges Anliegen.

Insbesondere in puncto Grenzwerte konnte Peter Jahr ankündigen, dass sich das Parlament aller Voraussicht nach gegen eine solche Regelung aussprechen werde. Die derzeitigen Mehrheits-verhältnisse ließen kein anderes Ergebnis vermuten. Auch zu den Themen Importregelungen und Bio-Kontrollen herrschte großes Verständnis für die Positionen der anwesenden Verbandsvertreter, so dass alle Beteiligten von einem gelungenen Lokaltermin in der sächsischen Heimat von Peter Jahr sprechen konnten.

„Wir sind sehr froh, aus berufenem Mund die Einschätzung gehört zu haben, dass sich das Europaparlament voraussichtlich gegen eine Grenzwertregelung aussprechen wird. Zwar ist dies keine Garantie, dass im kommenden Trilog ebenso entschieden werden wird, jedoch scheinen unsere Bemühungen zu fruchten“, so Judith Moog, Geschäftsführerin von BIO PLANÈTE Ölmühle Moog und Kuratoriumsmitglied des BNN. „Dr. Jahr hat heute auch bewiesen, dass er die Sorgen und Nöte der sächsischen und bundesdeutschen Bio-Branche versteht“, so Moog weiter.

Hintergrund:

Im Herbst dieses Jahres werden EU-Kommission, -Rat und-Parlament in den Trilog eintreten, an dessen Ende eine gemeinsam verabschiedete neue EU-Öko-Verordnung stehen soll. Im Frühjahr 2014 wurde der Revisionsvorschlag durch die Kommission veröffentlicht und seitdem durch den BNN und zahlreiche weitere Verbände deutlich kritisiert. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die so genannten Pestizidgrenzwerte, anhand derer entschieden werden soll, ob es sich um ein Bio-Produkt handelt oder nicht. Obwohl bspw. Bio-Gemüse 320-mal weniger Pestizide enthält als konventionelle Ware, kann durch eine Analyse nicht zwischen Bio und Konventionell unterschieden werden (Quelle: Baden-Württembergisches Ökomonitoring 2014). Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Bildmaterial zum Download finden Sie hier. [v.l.n.r. Judith Moog (BIO PLANÈTE, BNN), Dr. Peter Jahr (EVP), Meinrad Schmitt (Terra Naturkosthandel, BNN), Christian Pein (Gäa e.V.), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW), Karin Wegner (BNN), Hilmar Hilger (BNN)].