30.9.2015 - Revision der Öko-Verordnung: BNN trifft Europaparlamentarierin Maria Noichl. Große Einigkeit und große Herausforderungen

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. konnte am vergangenen Montag die Europaparlamentarierin Maria Noichl (Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament) zum Gespräch rund um die Revision der EU-Öko-Verordnung in München begrüßen.

Gemeinsam mit Stephan Paulke, Vorstandsvorsitzender der basic AG, tauschten sich BNN-Geschäftsführerin Elke Röder und Kirsten Arp, Leiterin des BNN-Monitoring, mit der Politikerin zu den Themen Pestizidgrenzwerte, Kontrollen und Importregelungen aus. Das Treffen in der Zentrale der basic AG begann mit einer kurzen Führung durch die dort befindliche Filiale und bot einen passenden Einstieg in die Thematik.

Frau Noichl machte gleich zu Beginn deutlich, dass sich die deutschsprachigen Europaparlamentarier quer durch alle Fraktionen gegen einen Pestizidgrenzwert aussprechen werden, so wie ihn die Kommission Anfang 2013 vorgeschlagen hatte. Sie folge der Einschätzung des BNN, dass die Ökologische Landwirtschaft nicht für Pestizideinträge zur Verantwortung gezogen werden dürfte, die andere verursachen.

Ebenfalls großes Verständnis herrschte beim Thema Kontrollen. Stephan Paulke hob hervor, dass die Lebensmittel im Naturkost-Einzelhandel bereits seit Langem den besten Kontrollen unterworfen seien. In diesem Zusammenhang stellte der BNN den Vorschlag in den Raum, jenen Einzelhandel, der ausschließlich vorverpackte Waren anbietet, von der Kontrollpflicht zu befreien und gleichzeitig eigene nationalstaatliche Regelungen zuzulassen. Maria Noichl nahm den Vorschlag sehr aufgeschlossen auf und versprach, diesen zu prüfen.

Kurz widmete sich die Runde der Frage der Importe. Auch hier stellte die Europaparlamentarierin klar, dass eine Regelung, wie sie durch die Kommission vorgeschlagen wurde, keine umsetzbare Option sei. In diesem Zusammenhang dankte Frau Noichl dem BNN für seine verlässliche Informationsarbeit und hob die Rolle des Verbandes für eine unabhängige politische Meinungs-bildung hervor. Dies sei vor allem wichtig für eine letztendlich handwerklich sauber ausgearbeitete Verordnung, die derzeit noch nicht erkennbar sei.

„Wie immer hat unsere Beschäftigung mit der Totalrevision zwei Seiten. Zum einen fühlen wir uns durch die Gespräche mit Abgeordneten stets in unserer Arbeit und unseren Positionen bestätigt. Zum anderen wissen wir, dass die Abstimmung im Europaparlament und der dann folgende Trilog entscheidend sein werden“, so BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“