7.12.2016 - Wir brauchen keine Total-Revision!

Nach knapp drei Jahren intensiver Verhandlungen zur Revision des EU-Bio-Rechts, treffen sich heute in Brüssel Vertreter aus Kommission, Rat und Parlament zum vielleicht entscheidenden Trilog, der die finalen Beratungen zum neuen Bio-Recht des EU-Agrarrates in den kommenden Tagen vorbereiten soll. Allerdings sind noch viele Punkte strittig, wie z.B. die Frage des Pestizidgrenzwertes oder der Umgang mit unerlaubten Stoffen.

Fraglich ist, nicht nur wie diese Punkte, sondern ob sie überhaupt noch gelöst werden können. Die IFOAM, der weltweite Bio-Dachverband internationaler Anbaubewegungen, stellt in einem gestern veröffentlichen Brief fest, dass am Ende des 36-monatigen Revisionsprozesses der Verhandlungsstand unbefriedigend ist. Alle innovativen Aspekte seien vom Tisch, positiven Entwicklungen nicht mehr in Sicht. In einem aktuellen Interview benennt Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN, die wichtigsten Kritikpunkte an der Total-Revision der EU-Öko-Verordnung und appelliert an die Verhandlungsführer auf EU-Ebene, die Revision zu stoppen und das bestehende Bio-Recht weiterzuentwickeln. „Die aktuelle Öko-Verordnung bietet eine Grundlage, um sie an relevanten Stellen weiterzuentwickeln und den Vorgaben des Vertrages von Lissabon anzupassen.“

In der letzten Woche hatten sich mehr als 190 Unternehmen der Naturkostbranche in einem offenen Brief an Bundesminister Christian Schmidt und an Martin Häusling, als Berichterstatter des EU-Parlaments im Trilog, gewandt und ihre Sorge sowie Kritik an einzelnen Punkten der Revision zum Ausdruck gebracht.