10. November 2025 • Aktuelles • Stellungnahme

Der BNN.Next, das junge Netzwerk im BNN e.V., hat eine Stellungnahme zur EU-Strategie für Generationengerechtigkeit eingereicht. In ihr fordert das Netzwerk, dass die europäische Politik ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung endlich zusammendenkt und damit den Anspruch von Generationengerechtigkeit mit Leben füllt.
Mit der geplanten EU-Strategie für Generationengerechtigkeit will die Europäische Kommission Verantwortung gegenüber kommenden Generationen stärken. Für den BNN.Next ist diese Initiative ein wichtiger Schritt, doch der aktuelle Entwurf greift zu kurz.
In seiner Stellungnahme betont BNN.Next, dass Generationengerechtigkeit nicht bei wirtschaftlicher Teilhabe enden darf. Sie müsse ökologisch, sozial und wirtschaftlich zugleich gedacht werden. Nur wenn diese Dimensionen zusammenwirken, entstehe echte Zukunftsfähigkeit.
„Generationengerechtigkeit ist kein Zukunftsversprechen, sondern eine politische Pflicht. Wer über Generationen spricht, muss über Ernährung, Eigentum, Arbeit und Lebensräume sprechen“, heißt es in der Stellungnahme.
BNN.Next fordert, dass der ökologische Landbau als zentrales Element in der EU-Strategie verankert wird. Gesunde Böden, sauberes Wasser und Biodiversität seien die Grundlage für Ernährungssouveränität und damit für generationengerechte Politik.
Die EU müsse daher ihre Agrarpolitik stärker an langfristigen ökologischen Zielen ausrichten, anstatt kurzfristige Wettbewerbslogiken zu fördern.
Ein zentrales Hindernis für Generationengerechtigkeit sieht BNN.Next in den ungleichen Besitz- und Eigentumsverhältnissen im Agrar- und Ernährungssektor. Wer keinen Zugang zu Land oder Kapital habe, könne die nachhaltige Ernährung von morgen nicht gestalten.
Deshalb fordert das Netzwerk faire Wettbewerbsbedingungen, den Ausbau genossenschaftlicher und gemeinschaftsbasierter Strukturen sowie gezielte Förderprogramme für Junglandwirt*innenund Gründer*innen in der Lebensmittelwirtschaft.
Generationengerechtigkeit bedeutet auch, jungen Menschen faire und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen in nachhaltigen Branchen zu bieten. In der ökologischen Lebensmittelwirtschaft ist der gesellschaftliche Mehrwert der Arbeit hoch. Viele junge Menschen entscheiden sich bewusst für diese Branche, weil sie hier Sinn, Selbstwirksamkeit und Verantwortung erleben. Dennoch sind die Verdienstmöglichkeiten häufig geringer als in anderen Wirtschaftszweigen, was langfristig zu einem Ungleichgewicht führt.
BNN.Next fordert daher, dass die EU-Strategie die Attraktivität und soziale Absicherung ökologischer Berufe gezielt stärkt. Dazu gehören faire Löhne, weniger bürokratische Hürden und eine systematische Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in allen Bildungswegen – von der Ausbildung bis zur Hochschullehre. Nur so kann nachhaltiges Wirtschaften auch beruflich eine echte Zukunftsperspektive bieten.
Darüber hinaus betont die Stellungnahme, dass kulturelle Teilhabe und Daseinsvorsorge im ländlichen Raum entscheidend für Generationengerechtigkeit sind. Fehlende Mobilität, kulturelle Leere und mangelnde Infrastruktur führten zu Abwanderung und Entwurzelung.
BNN.Next fordert, dass EU-Programme künftig gezielt kulturelle und soziale Räume fördern, Mobilität verbessern und die Grundversorgung von (jungen) Menschen im ländlichen Raum sichern.
BNN.Next fasst zusammen: Generationengerechtigkeit darf kein theoretisches Konzept bleiben. Sie muss sich in konkreten politischen Entscheidungen und Förderlogiken widerspiegeln sowie in den Dörfern, auf den Höfen und in den Betrieben Europas.
„Junge Menschen in der Bio-Lebensmittelwirtschaft tragen Verantwortung für Ernährung, Klima und Gemeinwohl. Sie verdienen politische Rahmenbedingungen, die Zukunft ermöglichen statt verhindern.“
Die vollständige Stellungnahme des BNN.Next zur EU-Strategie für Generationengerechtigkeit hier lesen.
Weitere Informationen zur Initiative der EU-Kommission gibt es hier.