Das erste Natural Cosmetics Hub 2026: Euphorisches Selbermachen

17. Februar 2026 Aktuelles

© Natural Cosmetics Hub_NiyokParallel zur Biofach-Messe fand dieses Jahr der erste neue Natural Cosmetics Hub statt - konzipiert als reine B2B-Fachveranstaltung. Es präsentierten sich dort 17 Marken von 12 Herstellern.

Die Geburtsstunde des Natural Cosmetics Hub war das plötzliche Aus der VIVANESS im letzten Jahr. Mit der Naturkosmetik-Fachmesse verloren die Hersteller*innen ihren zentralen Treffpunkt für Austausch und Vertrieb auf der BIOFACH. Wir haben den neuen Treffpunkt für Naturkosmetikunternehmen besucht und mit Unternehmer*innen vor Ort gesprochen.

Die Geburtsstunde des Natural Cosmetics Hub war das plötzliche Aus der VIVANESS im letzten Jahr. Mit der Naturkosmetik-Fachmesse verloren die Hersteller*innen ihren zentralen Treffpunkt für Austausch und Vertrieb auf der BIOFACH.

Alexander Vollbach, General Manager von BNN-Mitglied Niyok, suchte damals zunächst das Gespräch mit dem Team der Messe Nürnberg. Als keine Antwort kam, tat er das, was kleine und mittelständische Unternehmer*innen besonders gut können: Er machte es selbst. Neben seinem Tagesgeschäft konzipierte er ein neues, zeitgemäß B2B-Networking-Format.

In diesem Jahr fand der Natural Cosmetics Hub erstmals statt – an zwei Tagen, parallel zur BIOFACH und nur wenige Minuten vom Messegelände entfernt. Im Tagungshotel Seminaris konnten Hersteller*innen ihre Innovationen, Dauerbrenner und Spezialprodukte präsentieren. Abseits vom Messetrubel gab es Raum für intensive Gespräche – auch untereinander. Die ruhige Atmosphäre machte es möglich, sich auch mal quer durch den Raum zu den neuesten Entwicklungen der Bewertung von Mikro-Silber auszutauschen. 

Auch die Belastung der Hersteller*innen durch Regularien war Thema: „Wir kommen kaum hinterher, und manchmal nimmt es uns auch die Freude am Geschäft“, sagt beispielsweise Stephan Bartmann von Spa Vivent (u. a. Dudu-Osun, Apeiron).

Naturkosmetikunternehmen arbeiten unter besonders hohen Zertifizierungs- und Qualitätsanforderungen. Wenn dann noch immer neue Vorgaben rund um Kennzeichnung, Verpackung, Green Claims sowie Dokumentationspflichten hinzukommen, wird es für viele eng. Während Konzerne sich eigene Fachabteilungen und Compliance-Strukturen leisten können, tragen kleine und mittelständische Unternehmen diese Aufgaben zusätzlich zum operativen Geschäft. Für sie heißt es wie so oft: Alles muss man selber machen.

Die Unsicherheit darüber, welche Produkt- und Werbeaussagen rechtssicher sind, gepaart mit knappen oder unklaren Fristen und dem Damoklesschwert möglicher Abmahnungen, macht es selbst den innovativsten Kosmetikprodukten schwer, die Sorgenfalten der Hersteller*innen zu glätten.

Stefan und Sabine Puchmayr von Greendoor Naturkosmetik berichten, dass ihre Grafikerin davon träumt, Schachteln und Etiketten einfach nur nachbestellen zu dürfen – ohne sie zuvor erneut anpassen zu müssen. Gründerin und Geschäftsführerin Sabine Puchmayr erklärt: „Für die Markenführung sind dauernde Veränderungen am Layout problematisch, denn Kundinnen und Kunden interpretieren das schnell als Änderung an der Rezeptur.“

Raum für Austausch zu haben, tat allen sichtlich gut – doch im Mittelpunkt standen natürlich die Geschäfte. Hersteller*innen konnten intensive Gespräche mit Einkäufer*innen und Distributor*innen des Fachhandels führen. Der Natural Cosmetics Hub brachte diese im Halbstundentakt mit dem Shuttle von der Messe zum Hub. Zwölf Naturkosmetik-Unternehmen waren bei der Pilotveranstaltung dabei, darunter Niyok und Titania, Cosmondial (mit Benecos und GRN), Bioturm, Farfalla, Greendoor, Und Gretel, Raw und Speick. 

Ewa Schiffmann, COO von Spa Vivent, bringt die Stimmung auf den Punkt: „Ich gehe hier nach langer Zeit mal wieder mit echter Euphorie raus. Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei.“

Der Natural Cosmetics Hub war damit mehr als eine organisatorische Reaktion auf das Ende der Vivaness. Er zeigt, dass die Branche auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig bleibt – und sich ihre Bühne selbst bauen kann.