Gemeinsam für eine enkeltaugliche Landwirtschaft: BNN unterzeichnet Offenen Brief zur Pestizidreduktion

22. Juli 2025 Aktuelles BNN-News

(C) iStock
© iStockCopyright iStock

Der BNN hat gemeinsam mit über 100 Organisationen einen offenen Brief an die Bundesregierung unterzeichnet. Die Forderung: Raus aus der Pestizid-Ära.

Am 22. Juli 2025 hat ein breites Bündnis aus mehr als 100 Organisationen einen Offenen Brief an die Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und den Bundesumweltminister Carsten Schneider veröffentlicht. Ziel: Der konsequente Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden – für den Schutz von Mensch, Natur und zukünftigen Generationen. Auch der BNN e.V. zählt zu den Mitzeichnenden dieses zivilgesellschaftlich getragenen Appells.

Warum der Brief jetzt wichtig ist

Trotz bestehender Verpflichtungen auf EU- Ebene fehlt in Deutschland bislang ein wirksamer politischer Fahrplan, um den Einsatz risikobehafteter Pestizide deutlich zu senken. 

Der Offene Brief benennt deshalb sechs konkrete politische Forderungen, unter anderem:

  • Zulassungsverfahren reformieren – mit unabhängiger wissenschaftlicher Bewertung, modernen Prüfstandards und lückenloser Risikoanalyse 
  • Einführung eines bundesweiten Luftmonitorings für Pestizide - um deren unkontrollierte Verbreitung durch die Luft zu erfassen und wirksam zu begrenzen 
  • Transparenz beim Pestizideinsatz schaffen – wann, wo, was gespritzt wird öffentlich zugänglich machen. 
  • Wettbewerbsverzerrung beenden – durch einen Schadensfonds für Bio-Betriebe und klare gesetzliche Regeln, um Bio besser vor Kontaminationen zu schützen. 
  • Die EU-Richtlinie zur Pestizidreduktion rechtsverbindlich in nationales Recht überführen 
  • Eine risikobasierte Pestizid-Abgabe einführen - um die gesellschaftlichen Folgekosten zu internalisieren und den ökologischen Umbau der Landwirtschaft zu unterstützen 

    BNN fordert politischen Schutz für Bio-Betriebe

Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin des BNN, betont die Bedeutung des offenen Briefes aus Sicht der Bio-Branche:

Ein Schulterschluss aus der Mitte der Gesellschaft

Der offene Brief wird getragen von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis: Neben dem BNN unterzeichneten auch Akteure aus der Wasserwirtschaft, dem Umweltschutz, der Wissenschaft sowie zahlreiche Bio-Unternehmen und Initiativen. Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft koordinierte die Initiative.

Der gemeinsame Tenor: Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht klare politische Rahmenbedingungen, die Umwelt, Gesundheit und Biodiversität schützen und Betriebe belohnen, die heute schon enkeltauglich wirtschaften.

Seit Jahren fordert der BNN e.V. gemeinsam mit dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft ein staatlich getragenes, flächendeckendes Pestizidmonitoring. Ziel ist ein unabhängiges System, das die tatsächliche Belastung von Luft, Boden und Wasser systematisch erfasst, als Grundlage für wirksame politische Maßnahmen.

Die Lage ist ernst
Studien des Bündnisses belegen die weiträumige Verbreitung chemisch-synthetischer Pestizide – über die Luft, in Baumrinde und im Urin. Auch Bio-Flächen sind betroffen. Diese unsichtbare Kontamination gefährdet die ökologische Landwirtschaft und ihre Existenzgrundlage.

Der BNN handelt seit über 20 Jahren
Mit dem eigenen Pestizidmonitoring prüft der BNN Bio-Lebensmittel systematisch auf Rückstände: unabhängig, transparent und praxisnah. Die aktuellen BEL-Studien zeigen erneut: Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Es braucht politischen Willen.

Die Forderung ist klar:
Ein dauerhaft angelegtes, wissenschaftlich fundiertes Monitoring muss kommen, mit klaren politischen Konsequenzen. Nur so lassen sich Risiken erkennen, Transparenz schaffen und die ökologische Landwirtschaft langfristig schützen.

Den vollständigen Offenen Brief lesen.