Kondolenzbuch

Wir nehmen Abschied von Klaus Griesbach

Klaus Griesbach, Visionär und Pionier der Naturkostbewegung, wuchs in einem Vorort von Hamburg auf, in dem es noch viele Bauerhöfe gab – und so zog es ihn Zeit seines Lebens immer wieder in die Natur und auf die Höfe.

1972 erschien der Bericht des Club of Rome und Klaus Griesbach gründete im Hamburger Grindelviertel, kurz nach der Eröffnung von „Peace Food“ in Berlin, sein Unternehmen „Schwarzbrot Naturspeisewaren“. Hier gab es neben anarchistischen Schriften auch Produkte aus Japan für eine makrobiotische Ernährung, Reis, Nüsse und Trockenfrüchte in Säcken. Kräuter, Gemüse und Obst stammte zunächst aus dem großen Selbstversorgergarten eines alten Ehepaares. Beide waren Anhänger des dänischen Ernährungsreformers Are Waerland. Mitte der 70er Jahre brachten dann Demeter-Bauern aus der Umgebung Brot, Gemüse, Eier, Milch und Käse zu einem Treffpunkt im Heiliggeistfeld.

So hat es begonnen: Die Naturkostbewegung in Hamburg und der Weg, dessen Ziel es noch heute ist, die Welt zu einem besseren Platz zu machen und nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu bieten.

 Klaus Griesbach war ein beliebter und vertrauenswürdiger Gesprächspartner und zugleich die zentrale Vertrauensperson in diesem jungen Naturkostmarkt: „Wir wollten ja irgendwie die Welt verändern und ob man dafür einen Kredit bekommt, wussten wir nicht. Kredit war, dass man sich eben mit den Leuten unterhielt und ich hatte ein gewisses Vertrauen gewonnen. Das war der Anfang.“ So hat er die Gründungsphase der Naturkostbranche in dem Buch „Die Müsli Macher“ (ISBN 978-3-86581-127-1) geschildert. Es verwundert daher kaum, dass Klaus Griesbach nicht nur in der Region wirkte, sondern sich darüber hinaus aktiv am Aufbau und der Gestaltung des Branchenverbandes Naturkost e.V. beteiligte.

Über viele Jahre entwickelte Klaus Griesbach sein Unternehmen mit voller Kraft: Den Anfang machten erste Handelsbeziehungen in die USA, es folgten die ersten Bio-Bananen aus der Dominikanischen Republik und wachsende Importe aus der Organic-World-Community. Schnell entwickelte sich aus dem kleinen Laden ein international tätiges, mittelständisches Unternehmen für Import und Großhandel von Naturkost. Doch dann folgte 1999 der schmerzhafte Konkurs des Unternehmens. Klaus Griesbach intensivierte im Anschluss daran die Arbeit in China, wählte schließlich für 10 Jahre Peking als Lebensmittelpunkt um als Berater mit lokalen, ökologischen Unternehmen zu arbeiten. Später kehrte er nach Hamburg zurück.

Seine letzten Jahre waren gesundheitlich belastet, seine finanzielle Situation wurde schwierig. Klaus Griesbach stellte sein ganzes Leben in die selbstgewählte Aufgabe, die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Sein immenser und nachhaltiger Einsatz für die Naturkost- und Naturwarenbewegung in Deutschland und auf der Welt bleibt wegweisend.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. verabschiedet sich mit seinen Mitgliedern und Weggefährten in tiefer Dankbarkeit von Klaus Griesbach.

Wer die Ausrichtung der Beerdigung und der letzten Schritte mit einer finanziellen Spende unterstützen möchte, ist herzlich willkommen: IBAN DE 22 2605 0001 0127 0058 58, Hermann Heldberg, Zweck: Letzte Schritte Klaus Griesbach

Kommentare

Anfang der 80er gehörte Klaus und Schwarzbrot zu unseren allerersten Verteilern von Barnhouse Krunchys - er hatte uns irgendwie aufgespürt im Münchner Schlachthof, von uns gehört und einfach über C&S, dem damaligen (einzigen) "Groß"-Handel der NatKo-Szene 10 Kisten bestellt. Was uns fast zum Kollaps brachte denn unsere Tagesleistung waren 3... Viel später erst lernte ich ihn kennen und schätzen. Er brachte mir viel bei über "anders denken" "anders leben" und erklärte mir seine Visionen. Es wirkte lange nach, und ich hoffe Du wirst in anderen Welten ebenso ein Wegbereiter sein. Leb wohl, lebe gut! Sina

3 kurze Jahre lang half ich Dir beim Telefaxen und all den schrecklichen technischen Neuheiten, die da auf uns zukamen, litt unter Deinen Zornesausbrüchen und fand Dich trotzdem total interessant mit Deinen Visionen, - nie werde ich die Fahrt im Auto nach Berlin vergessen, als Du mir die Bibel "wissenschaftlich" erklärtest!- mit Deinen Forschungen.
Schade, dass Du schon gehen musstest: eine gute Reise wünscht Dir Angela

Lieber Klaus,
eine meiner ersten (eindrucksvollen) Begegnungen mit dem BNN, damals noch Naturkost e.V., war in Arolsen mit Dir bei der Auflösung besagten Vereins ….. Ich erlebte Dich von Anfang an als eine sehr prägende, eigenwillige, liebenswürdige und manches Mal fast schillernde Persönlichkeit auf dem Weg der Naturkostbranche, innovativ …. - ….. Importeur, in der Welt zu Hause mit Bananen, Schwarzbrot und der Makrobiotik ….. Vielen Dank für die Zeit … mach's gut - Hilde

Klaus Grisebach war Anfang der 70er Jahre einer meiner Mentoren in Sachen Politik und Bio-Relevanz. 1972 (oder vielleicht schon 1971?) durfte ich als Schüler in den Ferien seinen Bio-Laden „Schwarzbrot“ im Souterrain in der Rutschbahn im Hamburger Uni-Viertel „schmeißen“, wenn er für mehrere Tage mit dem VW-Bus unterwegs war in London und Amsterdam, um Ware zu besorgen. Es gab ja damals keine Bio-Großhändler - erst später wurde Klaus einer der ersten in Deutschland mit seinem Einzel- und Großhandel „Schwarzbrot Naturspeisewaren“ in Hamburg.

Unvergessen sind für mich die Anfänge der Bio-Bewegung an der Seite von Klaus: Das Sieben des Schwarzen, Lebendigen aus dem Reis, das Abfüllen von Nüssen und Saaten in Cellophan-Tütchen mit handschriftlichen Aufklebern. Kein MHD, keine Marken - außer Lima, die gab es damals natürlich schon. Und Demeter. Aber sonst? Selbst Allos kam erst später. Und immer das intensive Verwobensein der Bio-Idee mit politischer, gesellschaftlicher Utopie. Das pausenlose Diskutieren mit allen möglichen Richtungen: DKP, KBW, Situationistische Internationale, An­ar­cho­sze­ne, Maharishi Mahesh Yogi, der ganze RAF-Wahnsinn; nichts, was es nicht gab. Klaus, der ewige Gärtner im Reich der Agitation.

Klaus war ein echter Pionier, ein wirklicher Wegbereiter der Bio-Branche in Deutschland. Viele bezeichneten sich später als „Bio-Pioniere“, oder wurden von anderen so bezeichnet, die Kinder oder Enkel von Klaus hätten sein können.

Ich bin Klaus nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder begegnet bei der Eröffnung des Logistikzentrums von Rapunzel, 2003 in Bad Grönenbach. Dort erlebte ich eine gegenüber 1971 in Physiognomie, Gestik, Artikulation und politischem Statement subjektiv gesehen unveränderte Person. Ein Phänomen.

Heute bin ich durch Hinweis einer guten Freundin auf die Meldung seines Ablebens gestoßen und bin bewegt. Wieder ein deutliches „Memento mori“ für uns alle.
Danke, lieber Klaus, für deine Wegweisungen.

Jan R. Egel

Klaus Schwarzbrot und Hans Logona
Zwei aus dem Norden, die viel gemeinsame Zeit verbracht haben, geschäftlich als Pioniere der
Bio-Bewegung, aber auch mit gemeinsamen philosophieren über Gott und die Welt.
Klaus immer Vorweg.
Als Visionär und Querdenker hatte er immer spannende Themen die kosmopolitisch oder spirituell tiefgründig waren.
Er hat viele Menschen, so auch mich, berührt und ein Stück weit geprägt.
Und er hat sich nie verbogen.
Als einer der ersten Biohändler hatte er die reale Möglichkeit wirtschaftlich ein Bio Mogul zu werden.
Viele Bio-Pioniere sind Millionäre geworden, Klaus seinen Prinzipien getreu nicht.
Er war wirklich einer der Väter der Bio-Bewegung auch international.
Ich gedenke an Ihn mit einem Gedicht meines Lieblings Philosophen.
Vom Tod

Dann sprach Almitra: Wir möchten nun nach dem Tod fragen.
Und er sagte:
Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen.
Aber wie werdet ihr es finden, wenn ihr es nicht im Herzen des Lebens sucht?
Die Eule, deren Nachtaugen am Tag blind sind, kann das Mysterium des Lichts nicht entschleiern.
Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt, öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.
Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluss und das Meer eins sind.
In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche liegt euer stilles Wissen um das Jenseits.
Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.
Eure Angst vor dem Tod ist nichts als das Zittern des Hirten, wenn er vor dem König steht, der ihm zur Ehre die Hand auflegen wird.
Freut sich der Hirte unter seinem Zittern nicht, dass er das Zeichen des Königs tragen wird? Doch gewahrt er sein Zittern nicht viel mehr?
Denn was heißt sterben anderes, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen?
Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes, als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien, damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann?
Nur wenn ihr vom Fluss der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen.
Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen.
Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.
Khalil Gibran, arabischer Dichter (1883-1931)
Aus: Der Prophet

Klaus war ein Likedeeler
Ich habe Klaus immer als sehr inspirierend erlebt und er pfflegte nicht nur seine Gedanken von regionalem Handeln und globalem Denken zu teilen, sondern auch seinen Rohertrag. Für uns Regionalverteiler von Naturkost (Grünes Netz und Konrkraft e.G) war Klaus mit seiner Firma Schwarzbrot wie eine Großhandels Foodkoop. Wir teilten brüderlich die Erträge der gemeinsamen Importe aus Fernost und Amerika - ob Körner oder Makrobiotik. Dadurch konnten wir regional Wachsen und die Naturkost Logistik, die es ja eigentlich noch gar nicht gab, in NRW helfen aufzubauen. Wir hatten damals der Verbindung zu Schwarzbrot viel zu verdanken und.sind dankbar.
Möge er jenseits der Schwelle als Pionieer weiterwirken. Horst

Lieber Klaus, ich wünsche Dir eine gute Reise ins Ungewisse, wo immer es hingeht, falls es da etwas zu essen gibt, wird es dort für Dich hoffentlich immer aus kontrolliert biologischem Anbau sein! Und die Wolken werden aus sauberem, reinem und klarem Wasser sein! Klaus Griesbach und Schwarzbrot war für mich mein erster richtiger Arbeitgeber nach dem Studium, von 1990 an habe ich 2 Jahre im Hohenesch im Ein- und Verkauf gearbeitet. Ich denke gerne an die Zeit zurück (damals noch Eichler mit Nachnamen), bin der Bio-Lebensmittelbranche danach fast mein ganzes Berufsleben lang treu geblieben und freue mich, jetzt auch noch Kontakt zu Menschen aus dieser Zeit zu haben.

Alles Gute Klaus wünscht Dir auf dieser Reise ins Ungewisse Juliane

Unser Kollege Klaus war ein außergewöhnlicher Unternehmer und echter Bio-Pionier.
Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Klaus Griesbachs Hauptanliegen in der Naturkost war Kooperation, und das "Hauen und Stechen" vieler Geschäftskumpane in dieser Branche war ihm ein Greul! Da Klaus als Konkurrent seit 1999 ausgeschaltet war läßt sich nun leicht Trauer heucheln. Jedenfalls war es nicht Unerfahrenheit im Geschäft oder unverantwortliche Geschäftsführung sondern die Schlitzohrigkeit seiner Gegner in dieser Branche, die ihn zum aufgeben zwang. Daß er Anarchist war und für hanseatische Kaufmannstugenden eintrat, mag beides zutreffen, bestimmt nicht konnte er sich mit der rücksichtslosen Konkurrenz, dem üblen Kapitalismus und der teilweisen Nähe zu einer extrem rechten Politik abfinden, die die Naturkostbranche ruiniert haben.
Klaus, machs gut! Herrmann Cropp

We spent several nice weekends when I was in Uni. Klaus is patient and help me practice my German. Klaus is a very nice person. thanks, Klaus.

Mr. Klaus, sorry to hear you must go so early. I thank you for teach me so much about organic movement and your broad views on life and society. I will dearly miss you.

Lieber Klaus,
Du wolltest bewegen und hast es getan! Das hast Du vielen Menschen voraus, die nur davon träumen. So bleibst Du unvergessen.
Traurig, dass Du am Ende so leiden musstest, grüßt Dich Ulla Grünewald

Moin Klaus !
Nun bist du also den Weg gegangen, den wir alle gehen werden.
Das hast du ja schon lange gemacht : Weg-Weiser.
Für mich warst du - auch aus der Entfernung - Inspirationsquelle. Du gehörst zu denen, für die Naturkost Teil war einer viel weitergehenden Weltanschauung, die in deinem Fall viele Wurzeln bei den anarchistischen Philosophen hatte. (Ich erinnere mich an das Buch über die Geldtheorie von Gesell, die ich mir nach deiner Anregung besorgte, aber nie zu Ende las…).
Du gehörtest also zum « alten Adel » der Naturkost-Bewegung », zum ‘canal historique’.
Dazu kam dein typisch norddeutscher Humor, eine Mischung aus trockener Direktheit und Ironie (die dich selber immer einschloss). Also das exakte Gegenteil von Selbstbeweihräucherung oder modernem Bio-Marketing-Schnack.
Vieles von dem, was du mitnimmst, wird kaum mehr wiederkommen. Du stammst aus einer Konstellation, die in dieser Form kaum mehr existiert und dir sehr eigen war.
Manches aber von deinen Triebfedern sehe ich bei den vielen jungen Bio-Gründern wieder, die mit Spass und Engagement an die Sache gehen. Das wird auch dir gefallen haben, und so lebt ein Teil von dir weiter.
Wenn diese Wiedergeburtsgeschichte denn stimmen sollte - ich werde darüber nachdenken, in welcher Form du wohl wieder auftauchen könntest. Für dich bin ich da eher optimistisch…

Lieber Klaus
Du warst ein fairer Arbeitgeber.
Du hast mutige Schritte gemacht, um der damals schon
beginnenden Umweltsünden etwas Handfestes entgegen zu setzen.
Ich durfte dabei sein im SCHWARZBROT.
In Deinem Sinne mache ich weiter.
Frieden Deiner Seele - so long Klaus

Lieber Klaus,
Du Hamburger Pionier mit dem großen Herzen, der großen Neugier, engem Altonaer Altstadt Lager und dem Interesse an der ganzen Welt, egal ob Kornkreise, Silvio Gesell, Makrobiotik, Bio-Bananen von den Kanaren und der Dom Rep, Bio-Hirse aus Kansas, Dinkel aus Nebraska, Jordan's Crunchy und Hafer aus England und vieles mehr, mit dem ich nicht direkt zu tun hatte. Ein echter Überzeugungstäter für die Sache, die Qualität der Lebensmittel und Veränderungen in der Gesellschaft, hast Du Dich für die ersten Qualitätskürzel-Listen des BNN eingesetzt und dafür notwendige Evaluierungen in Auftrag gegeben und bezahlt.
Alles vor dem Hintergrund, dass es noch keine EU-Bio-VO gab und die Richtlinien von Demeter und Bioland gerade erst entwickelt wurden. Ein echter Pionier eben weit über das eigene Geschäft hinaus.
Die Insolvenz natürlich ein schwerer Schlag, aber für Dich noch lange kein Grund aufzugeben. Dann eben Einsatz, wo Du gebraucht wurdest, in China, Klaus der Weltbürger. Ein bißchen gebeugter, aber sonst ganz der Alte, kamst Du zur Biofach, immer voller Ideen. Erst der Krebs hat Dich zum Verstummen und dann umgebracht. So eine Scheiße! Und doch kommen mir dabei die Worte von William Blake nicht aus dem Sinn:
Don't stand at my grave and cry, I'm not there, I didn't die.
In Liebe Klaus
Conrad

Lieber klaus,
schon meine ersten Schritte als Naturköstler 1977 haben die aus England von Dir / Schwarzbrot importierten Flocken gestärkt. Später, im "Flax Naturkost" in Aachen haben wir palettenweise die Flocken eingekauft und selbst verpackt. Da war ich dann auch bei Dir in Hamburg, wenn man sich kannte, ging manches besser. So waren die Anfänge.
Nun bist Du voraus gegangen in die andere Welt. Dort werden wir uns wiedersehen. So long, ich wünsche Dir das Beste.Bis dann.

Dear Martin, We are deeply regret to learn the death of your lovely father. We have met your father either in Germany or China since 1995. We recall his many kindness while we were together. He had made significant effort in pushing Chinese domestic organic markets while he had worked in China. He will be missed by all who knew him in China. Sincerely yours, Xingji Xiao, OFDC, Nanjing, PR China

Persönlich bin ich Klaus Griesbach nicht begegnet. Aber alles vieles habe ich von ihm gehört, von ihm oder über ihn gelesen - und immer habe ich mit seinen Gedanken übereingestimmt. Ich würde mir (und ihm) wünschen, dass wir den Wert seines Denkens und Tuns in uns bewahren und als Leitfaden für die Zukunft nehmen. Er hat klar formuliert, dass wir mit der Raubtier-Ökonomie aufhören müssen und dass der Mensch wieder in den Mittelpunkt all unseres Denkens und Tuns rücken muss. Und hat danach gehandelt. All das ist ein unschätzbares Verdienst! Danke.

Klaus ist ein Wegweiser in der Naturkostszene aber auch ein Vorbild in Sachen Prinzipientreue gewesen. Was ihm wichtig war, wo er ein Anliegen hatte, z. B. Kernthemen der Naturkostbranche, da blieb er unnachgiebig. Seine Ideale waren weder kompromissfähig noch irgendwelchen Notwendigkeiten unterzuordnen. Besonderen Wert legte er auf ein faires Miteinander im Handel, er achtete stets darauf, dass sich dieser Gedanke auch im Tagesgeschäft nicht verlor.
Ich habe bei Schwarzbrot während meiner Zeit als Einkäufer auch sehr schöne, geschäftlich erfolgreiche Jahre erlebt, wie z. B. das Jahr 1997. Klaus wollte das 25-jährige Jubiläum der Firma mit einem großen Event im Kongresszentrum Hamburg feiern. Mit Warenpräsentationen wurde das breite Programm, die Vielfalt der Firma dargestellt. Schwarzbrot war wieder Vollsortimenter, auch der neu aufgebaute O&G-Bereich wurde von den Kunden gut angenommen. Am Ende der Veranstaltung gab es eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Handel und Herstellung über die Zukunft der Naturkostbranche. Wegen des guten Geschäftsabschlusses in dem Jahr gab es eine Gratifikation für alle Mitarbeiter, jeder wurde unabhängig von der Tätigkeit gleichbehandelt. Auch das war typisch Klaus, ein Teil seiner inneren Überzeugung.
Ich sehe meine Zeit bei Schwarzbrot als großen Gewinn an. Vermissen werde ich die interessanten Gespräche mit Klaus, die schnell lang und ausführlich werden konnten.
Ich habe viel von Klaus gelernt.

Zwar habe ich Klaus Griesbach nie persönlich kennengelernt,trotzdem war er und"das Schwarzbrot"für mich eine "Institution",als ich 1977 meinen Laden eröffnete.Damals war die Naturkost-Welt ja noch klein und natürlich beteiligten wir uns an den Schwarzbrot-Sammelbestellungen(alles noch auf dem "langen"Postweg)von Flocken,Kosmetik,Bio-Bananen(gab`s damals dann nur bei uns) und (ganz wichtig) makrobiotischen Artikeln.
Und,klar,verfolgte ich in der Folgezeit was der "Typ"so macht.
Ich nehme an er hätte sich gewiss an der im Moment stattfindenden Diskussion um die naturköstlichen Vermarktungsstrukturen("Bioase44"usw),die`s in der intensiven Form schon seit langem nicht mehr gab,rege beteiligt.
Gewiss ist es nicht ganz falsch sein und unser Tun auch in Zusammenhang mit einem Ereignis zu sehen,das sich heuer zum 50ten Mal jährt und ihn mit einem "Spruch" aus jenem Geiste zu verabschieden:
"....we are stardust, we are golden
We are billion year old carbon
And we got to get ourselves back to the garden…"
("Woodstock,Joni Mitchell)

Gute Reise lieber Klaus ,
Auch wenn wir uns in den letzten Jahren aus den Augen verloren haben warst du für mich einer
den ich gerne traf , der mich oft inspirierte und überraschte. Dein Wille war stark und gerichtet. Das gefiel mir. Deine Reise an dieser Stelle hier mit uns ist vorüber, und ich ziehe meine Hut zum Gruß.

Hans Paul

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