Länderspezifische Auslegung systemrelevante Branchen

Notbetreuung für Kinder kann in Anspruch genommen werden

Die Bundesregierung hat in ihrem Beschluss vom 23.03.2020 die Ernährungswirtschaft als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Dadurch ist es möglich, dass auch die Betriebe des Naturkostfachhandels hinsichtlich Quarantänemaßnahmen weiterhin geöffnet bleiben können, um die Versorgungsstruktur aufrechtzuerhalten.

Eltern, die Mitarbeiter*innen in der Produktion, im Groß- oder Einzelhandel sind, haben aufgrund der anerkannten Systemrelevanz die Möglichkeit, die Notbetreuung für ihre Kinder in Schulen und KiTas in Anspruch zu nehmen. Doch die konkrete Ausgestaltung der Kindernotbetreuung ist weiterhin Sache der Bundesländer. In vielen Ländern, wie z.B. in Rheinland-Pfalz, wurden die Vorgaben bereits gelockert, hier muss nur ein Elternteil einer systemrelevanten Branche angehören, damit die Notbetreuung in Anspruch genommen werden kann. In anderen Bundesländern, wie z.B. Mecklenburg-Vorpommern, müssen weiterhin beide Elternteile einer systemrelevanten Branche angehören, damit dies möglich ist.

Wir empfehlen daher allen, die diesen Anspruch nutzen wollen, sich diesbezüglich direkt auf den Webseiten ihrer Landesregierung zu informieren. Auch wenn die persönliche Situation von etwaigen Vorgaben abweichen sollte, empfehlen wir, das Gespräch mit den jeweiligen Stellen zu suchen. Z.B., wenn nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, der Bedarf aber dennoch da ist. Auch das Prozedere für die Antragsstellung unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. In den meisten Fällen kann der Antrag direkt bei der jeweiligen KiTa oder Schule eingereicht werden.