Pressemeldungen

Hier werden Ihnen jeweils die drei aktuellsten Pressemeldungen des Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. angezeigt.

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Archiv der Pressemeldungen

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15.02.2021 - Bio-Fachhandel 2020 stark gewachsen: Gesundheit und Nachhaltigkeit für Kunden am wichtigsten

Die Umsätze im Fachhandel für Biolebensmittel und Naturwaren sind 2020 stark gewachsen: Der Gesamtumsatz des Facheinzelhandels lag nach Hochrechnung des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. 2020 bei 4,37 Milliarden Euro und damit 16,4 Prozent über dem Vorjahr (2019: 3,76 Milliarden Euro). Laut BNN ist die positive Marktentwicklung geprägt durch ein gesteigertes Bewusstsein der Verbraucher*innen für nachhaltige und gesunde Lebensmittel.

Die Corona-Pandemie hat das Interesse von Kund*innen an gesunden und ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln und Waren 2020 deutlich verstärkt. Dabei folgte die Entwicklung der Umsätze im Jahresverlauf der Dynamik der Pandemie. In den Lockdown-Phasen im Frühjahr und am Ende des Jahres lagen die Umsätze teils 20 bis 30 Prozent über dem Vorjahr. Der Naturkostgroßhandel hat 2020 um 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt und lag bei einem Umsatz von 2,34 Milliarden Euro (2019: 1,92 Milliarden Euro).

Bewusstsein für nachhaltige Lebensweise wächst
Laut aktuellem Öko-Barometer, das jährlich vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Auftrag gegeben wird, haben die „Begleitumstände der Pandemie (…) bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten auch dazu geführt, ihre Ernährung und ihr Einkaufsverhalten zu hinterfragen und unter anderem ökologischer zu konsumieren“. Besondere Motive dafür sind Umwelt- und Klimaschutz sowie artgerechte Tierhaltung. Auch die Bedeutung von Regionalität und ökologischer Produktion ist bei den Verbraucher*innen dem Öko-Barometer zufolge erheblich gestiegen. Diese Entwicklung spiegelt sich deutlich in den Umsatzzahlen des Bio-Fachhandels wider.

09.12.2020 - Offener Brief der Bio-Branche an Lebensmittelwirtschaft und Politik

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. schaltet sich mit einem offenen Brief an Politik, Bauernverbände und Unternehmen des Lebensmittelhandels in die aktuelle Diskussion um das Agrarmarktstrukturgesetz und die Debatte um die UTP-Richtlinie ein.

Darin fordert die Bio-Branche die Akteur*innen von Politik und Lebensmittelwirtschaft dazu auf, gemeinsam an einem enkeltauglichen Ernährungssystem zu arbeiten, „in dem Menschen an allen Stellen in Würde wertige und gesunde Lebensmittel herstellen und handeln“, so der offene Brief. Die Bio-Branche adressiert dabei alle Akteur*innen der Lebensmittelwirtschaft und fordert mehr Nachdenklichkeit und Selbstreflexion statt gegenseitige Vorwürfe. Insbesondere richtet sich das Schreiben an:

„[Den] Bauernverband, der die Industrialisierung der Landwirtschaft aktiv mitgestaltet hat. Die Lebensmittel-Großindustrie, die auf Rationalisierung getrimmt, in immer größeren Einheiten immer künstlichere Lebensmittel produziert. Die Handelsriesen, die im Oligopol nurmehr Billigpreise für Verkaufsargumente halten. Die Politik, die im Glauben an einen globalisierten Welthandel nicht verstanden hat, wie viel gesellschaftliches Potenzial für die Themen Klimaschutz, Gesundheit, Ressourcenschonung und soziales Miteinander das Feld Ernährung birgt.“

Die Bio-Branche ruft alle Menschen und Unternehmen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, dazu auf, ihre Verantwortung für die Natur, die Lebensbedingungen und Lebensqualität und vor allem die der jungen Menschen und der nachfolgenden Generationen in die Hände zu nehmen und aktiv umzugestalten. Dazu fordern die Mitglieder des Bio-Fachhandelsverbandes von der Politik einen radikalen, konsequenten und zügigen Systemwechsel hin zu einem deutlich extensivierten Ernährungssystem.

In ihrem Schreiben formuliert die Bio-Branche konkrete politische Forderungen. Dazu zählt u.a. „die ambitionierte Umsetzung der europäischen Lieferkettengesetzgebung und der Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP) in nationales Recht“, „die weitgehende Re-Regionalisierung von Land- und Lebensmittelwirtschaft zur Stabilisierung der Versorgungssysteme und ihrer Lieferketten“, „das vollständige Verbot chemisch-synthetischer Dünger, Pestizide, Herbizide und Fungizide“ und „ein Steuerrecht, das Schadwirkungen bepreist und die Gemeinwohl-Systemleistungen von Lebensmittelakteur*innen honoriert“.

11.11.2020 - BNN-Mitgliederversammlung: Heimatverband der Bio-Branche startet Erneuerungsprozess

Am 6. November 2020 begrüßte der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. seine Mitglieder zur ersten digitalen Mitgliederversammlung des Verbandes. Die wegen Corona auf einen Tag verkürzte Mitgliederversammlung stand ganz im Zeichen von Aufbruch und Erneuerung des BNN.

Erster Punkt auf der Tagesordnung war der Impuls einer Gruppe von Verbandsmitgliedern unter dem Arbeitstitel „Viva Attacke 2021“. Darin ging es um einen offenen und partizipatorischen Prozess, mit dem bis zur Mitgliederversammlung 2021 ein Zukunftsbild für die Bio-Branche und ihren Verband entwickelt und zur Abstimmung gestellt werden soll.

Antworten finden auf die Fragen unserer Zeit

Die Mitglieder des BNN haben diesen Impuls mehrheitlich befürwortet. Schon vor Corona hatte sich viel bewegt in der ökologischen Ernährungswirtschaft, im Lebensmittelhandel und beim Kampf gegen den Klimawandel. Viele Gewissheiten über das, was die Bio‐Branche ist und das, was sie ausmacht, haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Das stellt aus Sicht der BNN-Mitglieder Fragen an die Branche und ihre Interessenvertretung, auf die der nun kommende Prozess Antworten finden wird.

„Wir sind eine Branche von Pionieren, die zu den notwendigen ökologischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen so viel an ideellen, politischen und wirtschaftspolitischen Inhalten beizusteuern hat – es aber noch zu wenig wirklich gemeinsam tut“, so Sascha Damaschun (Bodan Großhandel), einer der Initiatoren des Impulses.

„Unsere Welt verändert sich sehr schnell. Der BNN steht für innovationsfreudige und zukunftsgewandte Unternehmen. In dieser Tradition soll er nun wieder ein aktiver Gestalter gesellschaftlicher Transformationsprozesse werden. Diesen Impuls haben die Mitglieder des BNN gesetzt und mehrheitlich befürwortet. Ich freue mich gemeinsam mit meinen Vorstandskolleg*innen darauf, diesen Prozess aktiv zu begleiten“, kommentiert Rosi Weber den beginnenden Erneuerungsprozess des BNN.

BNN-Geschäftsbericht

BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel stellte den Geschäftsbericht 2019-2020 vor und berichtete von Highlights der Arbeit des Teams der Geschäftsstelle. Dazu zählt u.a. die intensive und erfolgreiche Arbeit im Rahmen der EU-Öko-Verordnung, das Positionspapier zum Nutri-Score und dessen politische und mediale Kommunikation, das kürzlich veröffentlichte „Factsheet Phosphonsäure“ und die Planung zur Aktualisierung des BNN-Trockenmonitorings. Zur Branchenkampagne „Öko statt Ego“ konnte Kathrin Jäckel berichten, dass diese im letzten Jahr trotz erschwerter Corona-Bedingungen stetig an Reichweite gewonnen hat.

„2020 ist auch für den BNN ein herausforderndes Jahr. Der gesellschaftspolitische Diskurs rund um die Klimakrise und die Corona-Pandemie fordern uns in vielen Bereich. Wir haben uns deshalb in der täglichen Arbeit darauf konzentriert, den Austausch innerhalb des Verbandes zu stärken, um alle Kräfte bestmöglich zu bündeln und unsere Mitglieder wirkungsvoll zu unterstützen“, so BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel.