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Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. is the Association of Organic Processors, Wholesalers and Retailers which represents the interests of the organic food and natural goods sector on a political and economical level. The association participates in the constitution of national and international legislative projects, for example in the enhancements of the EU-Organic Regulations. Furthermore, it issues press relations and is active in public relations.

BNN General Assembly 2019
The association adopts special quality guidelines for the organic food trade, for example the benchmarks for pesticide residues in organic products and a resolution requiring full declaration of all food ingredients. BNN Monitoring for Fruit and Vegetables in the whole food trade adds to the established process controls in the ecological food industry.

BNN offers various possibilities for a dialog between member companies and promotes the open exchange of information and views in the whole food sector. Among the members are processors, wholesalers, importers and retailers of organic products.

The association and its members are involved in the further development of the market for organic food and natural products and thereby also in the creation and maintenance of employment in the regions.

BNN is a member of IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements) and BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft).

11.11.2020 - BNN-Mitgliederversammlung: Heimatverband der Bio-Branche startet Erneuerungsprozess

Am 6. November 2020 begrüßte der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. seine Mitglieder zur ersten digitalen Mitgliederversammlung des Verbandes. Die wegen Corona auf einen Tag verkürzte Mitgliederversammlung stand ganz im Zeichen von Aufbruch und Erneuerung des BNN.

Erster Punkt auf der Tagesordnung war der Impuls einer Gruppe von Verbandsmitgliedern unter dem Arbeitstitel „Viva Attacke 2021“. Darin ging es um einen offenen und partizipatorischen Prozess, mit dem bis zur Mitgliederversammlung 2021 ein Zukunftsbild für die Bio-Branche und ihren Verband entwickelt und zur Abstimmung gestellt werden soll.

Antworten finden auf die Fragen unserer Zeit

Die Mitglieder des BNN haben diesen Impuls mehrheitlich befürwortet. Schon vor Corona hatte sich viel bewegt in der ökologischen Ernährungswirtschaft, im Lebensmittelhandel und beim Kampf gegen den Klimawandel. Viele Gewissheiten über das, was die Bio‐Branche ist und das, was sie ausmacht, haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Das stellt aus Sicht der BNN-Mitglieder Fragen an die Branche und ihre Interessenvertretung, auf die der nun kommende Prozess Antworten finden wird.

„Wir sind eine Branche von Pionieren, die zu den notwendigen ökologischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen so viel an ideellen, politischen und wirtschaftspolitischen Inhalten beizusteuern hat – es aber noch zu wenig wirklich gemeinsam tut“, so Sascha Damaschun (Bodan Großhandel), einer der Initiatoren des Impulses.

„Unsere Welt verändert sich sehr schnell. Der BNN steht für innovationsfreudige und zukunftsgewandte Unternehmen. In dieser Tradition soll er nun wieder ein aktiver Gestalter gesellschaftlicher Transformationsprozesse werden. Diesen Impuls haben die Mitglieder des BNN gesetzt und mehrheitlich befürwortet. Ich freue mich gemeinsam mit meinen Vorstandskolleg*innen darauf, diesen Prozess aktiv zu begleiten“, kommentiert Rosi Weber den beginnenden Erneuerungsprozess des BNN.

BNN-Geschäftsbericht

BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel stellte den Geschäftsbericht 2019-2020 vor und berichtete von Highlights der Arbeit des Teams der Geschäftsstelle. Dazu zählt u.a. die intensive und erfolgreiche Arbeit im Rahmen der EU-Öko-Verordnung, das Positionspapier zum Nutri-Score und dessen politische und mediale Kommunikation, das kürzlich veröffentlichte „Factsheet Phosphonsäure“ und die Planung zur Aktualisierung des BNN-Trockenmonitorings. Zur Branchenkampagne „Öko statt Ego“ konnte Kathrin Jäckel berichten, dass diese im letzten Jahr trotz erschwerter Corona-Bedingungen stetig an Reichweite gewonnen hat.

„2020 ist auch für den BNN ein herausforderndes Jahr. Der gesellschaftspolitische Diskurs rund um die Klimakrise und die Corona-Pandemie fordern uns in vielen Bereich. Wir haben uns deshalb in der täglichen Arbeit darauf konzentriert, den Austausch innerhalb des Verbandes zu stärken, um alle Kräfte bestmöglich zu bündeln und unsere Mitglieder wirkungsvoll zu unterstützen“, so BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel.

09.10.2020 - Nutri-Score: Bio-Branche fordert Nachbesserung

Heute stimmt der Bundesrat über den Nutri-Score ab. Damit wird die rechtliche Grundlage für das Ampelsystem als Lebensmittelkennzeichnung geschaffen. Zusätzlich empfiehlt der federführende Bundestagsausschuss die verpflichtende Kennzeichnung durch den Nutri-Score. Der Bundesverband für Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf beim Nutri-Score. Dieser muss dringend umgesetzt werden, bevor über eine Verpflichtung diskutiert wird. Aktuell werden Bio-Lebensmittel, die gesünder und nachhaltiger sind, durch den Nutri-Score benachteiligt.

Die BNN-Mitgliedsunternehmen aus Herstellung, Groß- und Einzelhandel setzen sich seit Jahrzehnten für gesunde, möglichst gering verarbeitete und nachhaltig produzierte Lebensmittel ein. Verbraucher*innen sollten umfassend und transparent über Zutaten und Nährwerte von Lebensmitteln informiert werden, um eine bewusste Kaufentscheidung treffen zu können. Dieses Ziel verfolgt auch das Ministerium von Julia Klöckner mit dem Nutri-Score.

Doch der Nutri-Score in seiner aktuellen Form weist zu viele Mängel auf, um dieses Ziel zu erreichen und benachteiligt zudem Bio-Lebensmittel erheblich. Denn im Gegensatz zu konventionell produzierten Lebensmitteln, die eine Vielzahl an Ersatzstoffen enthalten können, die vom Nutri-Score nicht erfasst werden, wird bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln gänzlich auf synthetische Ersatzstoffe verzichtet. Die Verwendung von Zusatzstoffen in der Bio-Lebensmittelverarbeitung ist in der EU-Öko-Verordnung stark beschränkt. Bio-Hersteller können und wollen ihre Produkte nicht in vergleichbarer Weise „schönen“. Das wird im Nutri-Score-Algorithmus allerdings nicht berücksichtigt.

Beispielsweise wird ein Bio-Apfelsaft mit einem gelben „C“ bewertet und eine Cola light mit einem grünen „B“. Dabei ist der Bio-Apfelsaft ernährungsphysiologisch deutlich wertvoller als eine Cola light. Hochwertige Inhaltsstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, hoher Ballaststoffgehalt und sekundäre Pflanzenstoffe werden in der Bewertung bestimmter Produktgruppen gar nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie ein ganz wesentlicher Bestandteil gesunder und ausgewogener Ernährung sind.

„Bio-Lebensmittel sind untrennbar mit einer intakten Umwelt verbunden“, sagt Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin. „Sie sind außerdem durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide bei der Erzeugung und mit möglichst naturbelassenen Zutaten auch die gesünderen Lebensmittel. Deswegen kann es nicht angehen, dass ein Label, das zu gesunder Ernährung hinführen soll, diese Tatsachen unberücksichtigt lässt.“

15.09.2020 - Stimmt, PENNY! Wahre Preise sind das einzig Wahre

Der Lebensmitteldiscounter PENNY weist in seinem kürzlich eröffneten „Nachhaltigkeitsmarkt“ in Berlin bei je acht konventionell und ökologisch erzeugten Eigenmarken-Produkten, neben dem Verkaufspreis, auch den „wahren Preis“ aus. Dieser berücksichtigt neben den Herstellungskosten auch einige Umweltfolgekosten, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen. Der Bundesverband für Naturkost und Naturwaren (BNN) e.V. begrüßt, dass mit dieser Aktion gezeigt wird: billige, konventionell erzeugte Lebensmittel gehen am meisten zulasten von Umwelt und Allgemeinheit, denn hier sind die Aufschläge zu den wahren Preisen am höchsten.

„Das ist es, was in der deutschen Lebensmittelwirtschaft falsch läuft: Bei Essen sollte es nicht um den niedrigsten Preis gehen, sondern um die höchste Nachhaltigkeit“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin die Aktion des Lebensmitteldiscounters. „Denn solange die Umweltfolgekosten nicht ein obligatorischer Bestandteil der Lebensmittelpreise sind, können weder Erzeuger, noch Hersteller, noch Kund*innen die richtigen Entscheidungen treffen“, führt Jäckel weiter aus. „Die aber braucht es, damit die Lebensmittelwirtschaft endlich von Anfang bis Ende nachhaltig und klimapositiv werden kann.“

Bio ist näher dran an den wahren Preisen

Die der Aktion zugrunde liegende Studie der Universität Augsburg zeigt, dass Bio-Lebensmittel da schon auf einem sehr guten Weg sind. In allen untersuchten Kategorien verursachen biologisch hergestellte Lebensmittel geringere Folgekosten als konventionelle Vergleichsprodukte. Der Verzicht auf beispielsweise chemisch-synthetische Pestizide und Gentechnik und die Investition in artgerechte Tierhaltung verursachen Kosten, die bei Bio-Lebensmitteln zwangsläufig eingepreist sind. Sie sind also nur vermeintlich teurer, weil sie tatsächlich näher dran sind an den wahren Preisen.

Abgesehen davon, dass Bio-Lebensmittel umweltfreundlicher und auch gesünder sind, hat deren Erzeugung zusätzlich einen positiven Einfluss auf das Klima. Denn sie sorgt z.B. für Humusaufbau, der CO2 bindet. Bio ist daher im Grunde aktiver Klimaschutz.